Unterschied Betreutes Wohnen und Pflegewohnheim

30.01.2026

Es kann verschiedene Ursachen dafür geben, dass sich der Alltag nicht mehr ganz so einfach erledigen lässt wie noch in der Vergangenheit. Geistige und körperliche Gebrechen, Krankheiten und das voranschreitende Alter begründen häufig eine Pflegebedürftigkeit, die einen erheblichen Bedarf an Unterstützung für den Betroffenen auslöst. Häufig wird in diesem Rahmen auch die Frage nach dem Pflegeheim oder dem betreuten Wohnen gestellt. Doch worin liegt der Unterschied beider Optionen eigentlich – und auf welche Kriterien ist bei der Auswahl zu achten?

Ein Blick auf das Pflegeheim

Über viele Jahrzehnte hinweg hat sich die Gesellschaft daran gewöhnt, dass pflegebedürftige Personen im Pflegeheim oder in Pflegewohnheimen ein würdevolles und an ihre Bedürfnisse angepasstes Leben führen können. In der Regel stehen ihnen dafür in der Einrichtung sowohl pflegerische als auch medizinische Maßnahmen zur Verfügung. Das Personal betreut die Bewohner rund um die Uhr. Allerdings kann die Hilfe in den meisten Fällen nur dann in Anspruch genommen werden, wenn für die Betroffenen bereits ein Pflegegrad vorliegt, der die Bedürftigkeit anzeigt. Das ist die Voraussetzung, damit die häufig sehr kostenintensive Unterstützung auch durch die Krankenkassen finanziert wird.

Das Pflegeheim verbindet aufgrund seiner Struktur dabei zahlreiche Vorteile auf sich, die nachfolgend kurz dargestellt werden sollen. So präsentieren sich die Einrichtungen etwa mit:

  • einer medizinischen und pflegerischen Betreuung rund um die Uhr
  • Hilfe bei der Körperhygiene, der Medikamentendosierung oder bei Erledigungen im Alltag
  • der Möglichkeit zum Wahrnehmen sozialer Kontakte mit Gleichgesinnten im Pflegeheim
  • Maßnahmen – etwa Sport – zur Verbesserung der Mobilität und des Wohlbefindens
  • dem Versuch, den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen

Das betreute Wohnen weist einige Besonderheiten auf

Im Gegensatz zu den Pflegeheimen stellt das betreute Wohnen in Stralsund und anderswo eine relativ junge Form der Unterstützung pflegebedürftiger Menschen dar. Hier ziehen die Betroffenen in kleinen Wohnungen oder können in bestimmten Fällen auch daheim wohnen bleiben. Und dafür ist nicht einmal ein Pflegegrad erforderlich. Das dabei in Anspruch genommene Angebot besteht häufig aus Grund- und Wahlleistungen, mit denen sich die Bewohner ein individuelles Leistungspaket zusammenstellen, das ganz ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht – und das jederzeit an Veränderungen angepasst wird. Auf diese Weise lassen sich etwa Dienstleistungen wie Kosmetik- und Friseurbesuche, Einkäufe oder Arztbesuche auch außerhalb der Wohnung realisieren.

Das betreute Wohnen weist daher einige Pluspunkte auf, die doch erheblich vom Pflegeheim abweichen – und die gleichzeitig begründen, warum diese Form der Pflege und Unterstützung im Alltag immer beliebter wird. Beim betreuten Wohnen:

  • wird nur jene Pflege in Anspruch genommen, die benötigt wird
  • steht häufig ein sehr breit gefächertes Angebot an Zusatzleistungen offen
  • ist der Kontakt mit Menschen gleichen Alters möglich
  • kann die Wohnung meist individueller eingerichtet werden als im Pflegeheim
  • entfällt der dem Krankenhaus ähnliche Charakter anderer Pflegeeinrichtungen

Die Entscheidung kann nur nach persönlichen Maßgaben gefällt werden

Personen, die vor der Wahl einer der beiden genannten Optionen stehen, treffen zumeist eine Entscheidung, die ihr weiteres Leben erheblich beeinflussen kann. In jedem Falle müssen zunächst individuelle Fragen beantwortet werden: Wie pflegebedürftig ist die oder der Betroffene? Und wie gut gelingt es ihr oder ihm selbst ohne Unterstützung, den Alltag zu bewältigen? Je mehr Hilfe benötigt wird, desto eher sollte die Wahl auf das Pflegeheim fallen. Wer dagegen lediglich etwas mehr Absicherung und Fürsorge bei Bedarf wünscht, entscheidet sich für das betreute Wohnen.

Zugleich müssen aber auch weitere Aspekte betrachtet werden. Etwa jener der anfallenden Kosten und die damit verbundene Frage, ob die Krankenkasse die regelmäßigen Gebühren ganz oder zumindest teilweise übernimmt. Ebenso sind die Unterbringungsmöglichkeiten, die Leistungsangebote und die gesamte Wohnsituation sowohl im Pflegeheim als auch beim betreuten Wohnen kritisch zu hinterfragen. Erst auf Basis aller erforderlichen Informationen ist es möglich, einen Pflegeplatz zu erhalten, der ganz den Wünschen und Bedürfnissen eines Menschen entspricht.